Aktuelle Nachrichten für Unternehmen

Oktober 2026

Reaktionen von Wirtschaftsverbänden auf die erste Rede des Schatzkanzlers auf dem Labour-Parteitag (Okt. 2026)

Am 28. September 2026 hielt John Healey seine Antrittsrede als Schatzkanzler auf dem Parteitag der Labour Party und erklärte die Stärkung Großbritanniens zu einer seiner Hauptprioritäten. Die Wirtschaft wurde als zentraler Aspekt hervorgehoben, und in der Rede wurde auf die Auswirkungen des Kostendrucks auf das Wachstum hingewiesen.

Die Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen war ein zentrales Anliegen. Der Nationale Wohlstandsfonds wird genutzt, um weitere 130.000 Arbeitsplätze zu schaffen und zu fördern. Dazu gehören der Ausbau lokaler Ausbildungsangebote und die Wiedereinführung des Gewerkschaftsbildungsfonds, der Menschen dabei helfen soll, neue Fähigkeiten zu erwerben und sich an Veränderungen wie die zunehmende Bedeutung von KI anzupassen.

Die Rede befasste sich auch mit dem industriellen Wachstum. Neben den bereits angekündigten Fördermitteln für britische Werften schlug das umfassendere Paket wirtschaftlicher Pläne, das mit der Rede verknüpft war, vor, Käufern aus bestimmten Ländern flexiblere Fördermittel zur Verfügung zu stellen, um Anreize für den Kauf britischer Produkte zu schaffen.

Die Fokussierung auf die Geschäftskosten wurde von zahlreichen Wirtschaftsverbänden begrüßt. Rain Newton-Smith, Geschäftsführerin des CBI, kommentierte:

„Indem der Finanzminister den Kostendruck auf die Unternehmen mit der umfassenderen Herausforderung der Anhebung des Lebensstandards verknüpfte, zeigte er, dass er versteht, dass eine stärkere Wirtschaft davon abhängt, den Unternehmen das Vertrauen und die Fähigkeit zu geben, Arbeitsplätze zu schaffen, Löhne zu erhöhen und zu investieren.“

Die Gruppen sind weiterhin gespannt darauf, wie die Ziele im Haushalt umgesetzt werden. Die nationale Vorsitzende des FSB, Tina McKenzie, sagte:  

„Dem übergeordneten Thema der Hoffnung müssen konkrete, wirtschaftsfreundliche und wachstumsfördernde Veränderungen folgen, die kleinen Unternehmen helfen.“

ONS veröffentlicht Arbeitsmarktübersicht für September 2026 (Okt. 2026)

Das Amt für nationale Statistik (ONS) hat seine neuesten Schätzungen zu Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, wirtschaftlicher Inaktivität und anderen beschäftigungsbezogenen Statistiken für Großbritannien veröffentlicht.

Das Lohnwachstum im privaten Sektor sank in den drei Monaten bis Juli auf 2,9 % und erreichte damit den niedrigsten Wert seit Oktober 2020. Im öffentlichen Sektor lag der entsprechende Wert bei 6,3 %, was hauptsächlich auf den Zeitpunkt der Tarifverhandlungen im NHS zurückzuführen ist.

Im Rahmen der Rentengarantie werden die staatlichen Renten um den höchsten Wert aus durchschnittlichem Lohnwachstum, Inflation oder 2,5 % steigen. Die Inflationsrate wird zwar erst nächsten Monat bestätigt, dürfte aber das heute veröffentlichte durchschnittliche Lohnwachstum von 3,9 % voraussichtlich nicht übersteigen. Rentner profitieren somit ab April nächsten Jahres von einer höheren Rente.

Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,9 % und spiegelte damit den anhaltenden Druck auf die Unternehmen wider.

Julia Diniz, Ökonomin bei der Resolution Foundation, sagte:

„Die größten Gewinner der heutigen ONS-Daten sind die Rentner, denen dank der Rentengarantie im nächsten Frühjahr eine weitere deutliche Erhöhung der staatlichen Rente bevorsteht.“.

„Die größten Verlierer sind die Arbeitnehmer im privaten Sektor, die bereits jetzt weniger verdienen als im letzten Herbst. Da das Lohnwachstum auf den niedrigsten Stand seit fast sechs Jahren gesunken ist, wird sich der Lohndruck im britischen Privatsektor in den kommenden Monaten mit steigender Inflation weiter verschärfen.“

Laut ONS-Statistiken nimmt die Regierung mehr Kredite auf als erwartet (Okt. 2026)

Daten, die das Office for National Statistics (ONS) am 22. September 2026 veröffentlichte, zeigten, dass Großbritannien im August 2026 18,3 Milliarden Pfund aufgenommen hatte, 2,9 Milliarden Pfund mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.

Der Anstieg der Verschuldung war teilweise auf die Auswirkungen der Inflation zurückzuführen, die zu einem stärkeren Anstieg der Ausgaben als der Einnahmen aus Steuern und anderen Quellen führte. Die Gesamtverschuldung im Finanzjahr bis August 2026 belief sich auf 77,3 Milliarden Pfund, 2,2 Milliarden Pfund weniger als im Vorjahreszeitraum, aber 8,1 Milliarden Pfund mehr als die Prognose des OBR vom März.

Nick Redpath, Forschungsökonom am Institute of Fiscal Studies, warnte davor, zu viel in einzelne Monatszahlen hineinzuinterpretieren, da Revisionen häufig vorgenommen würden, erklärte aber:
„Sowohl höhere Kreditkosten als auch eine höhere Inflation erschweren die Arbeit eines Finanzministers, der die Neuverschuldung senken und mehr für staatliche Prioritäten ausgeben will.“

Internetverbindung: ONS

Regierung kündigt Reform der Unternehmensberichterstattung an (Okt. 2026)

Die Regierung hat vor Kurzem eine Reform der Unternehmensberichterstattung eingeleitet, von der sie sich erhofft, dass sie britischen Unternehmen jährlich mehr als 450 Millionen Pfund einsparen wird.

Im Zuge dieser Änderungen wird die Regierung die papierbasierte Berichterstattung durch digitale Systeme ersetzen und untersuchen, wie KI die Effizienz weiter steigern kann.

Vereinfachte Regeln würden britische Unternehmen für Investoren attraktiver machen, so die Regierung. Dies wiederum werde dazu beitragen, gute Arbeitsplätze zu schaffen und den Wohlstand des Landes zu steigern.

Die Regierung will den Aufwand für die Unternehmensberichterstattung verringern, indem sie die Berichtsvorschriften für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vereinfacht. Sie erklärte, solche Unternehmen hätten „oft nicht die Ressourcen, um stundenlang Papierkram zu erledigen“.

Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds kommentierte: „Jahrelang wurden hart arbeitende Unternehmen in diesem Land durch lästigen Papierkram und frustrierende Kosten belastet, indem sie Kästchen ankreuzten, die ihnen in keiner Weise dabei halfen, ihr Geschäft auszubauen.“.

„Wir bauen veraltete Bürokratie ab und errichten ein vernünftiges System, das für eine Wirtschaft des 21. Jahrhunderts geeignet ist. Dies wird die Geschäftskosten senken, den Unternehmenschefs im ganzen Land mehr Handlungsspielraum verschaffen und ihnen ermöglichen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren: die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstum.“

Internetlink: Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Wissenschaft und Handel

Drei Geschäftsführer wurden in einem ersten Gerichtsverfahren wegen Verstößen gegen die Identitätsprüfung mit Geldstrafen belegt (Okt. 2026)

Nach den Bestimmungen des Economic Crime and Corporate Transparency Act 2023 sind Geschäftsführer verpflichtet, ihre Identität beim Companies House nachzuweisen, andernfalls drohen ihnen Durchsetzungsmaßnahmen und Strafen.

Ab dem 18. November 2025 müssen neu ernannte Geschäftsführer ihre Identität nachweisen, bevor sie ihr Amt antreten dürfen. Bereits amtierende Geschäftsführer müssen dies innerhalb einer Übergangsfrist von zwölf Monaten bei der Einreichung der nächsten Bestätigungserklärung des Unternehmens tun. Ziel ist es, die Verantwortlichen für Unternehmen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen, um den Missbrauch britischer Unternehmen für kriminelle Zwecke zu bekämpfen.

Drei Geschäftsführer wurden am Mittwoch, dem 16. September, vom Amtsgericht der City of London mit Geldstrafen belegt; zwei, weil sie weiterhin als Geschäftsführer tätig waren, obwohl sie ihre Identität nicht nachgewiesen hatten, und einer, weil er „keine angemessenen Maßnahmen ergriffen“ hatte, um zu verhindern, dass jemand ohne Identitätsprüfung als Geschäftsführer agierte. Die drei Geschäftsführer wurden außerdem wegen der Nichtabgabe der Bestätigungserklärungen innerhalb der gesetzlichen Frist angeklagt.

Martin Swain, Direktor für Nachrichtendienste und Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden bei Companies House, sagte:

„Diese Fälle senden ein klares Signal: Die Identitätsprüfung ist nicht optional. Die überwiegende Mehrheit der Geschäftsführer und Personen mit maßgeblichem Einfluss wird die neuen Anforderungen erfüllen, aber wo Einzelpersonen ihren gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommen, wird Companies House entsprechende Maßnahmen ergreifen.“

Internetlink: Insolvenzdienst und Companies House

Kleine und mittlere Unternehmen stehen vor Problemen beim Zugang zu geeigneten Finanzmitteln (Okt. 2026)

Einem aktuellen Bericht der britischen Finanzaufsichtsbehörde (FCA) zufolge machen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zwar 60 % der Beschäftigung und 51 % des Umsatzes im britischen Privatsektor aus, aber nur 21 % des Gesamtvolumens der britischen Unternehmenskredite werden an KMU vergeben und 54 % der KMU nutzen keine externe Finanzierung.

Der Bericht ergab, dass KMU beim Zugang zu Finanzmitteln mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert sind: 26 % gaben an, dass der Zugang zu KMU-Krediten komplex sei, und 39 % sagten, dass die Finanzierungskosten zu hoch seien.

Der Bericht beschreibt außerdem die Pläne der FCA zur Reduzierung regulatorischer Reibungsverluste und anderer identifizierter Herausforderungen, darunter die Erforschung von Möglichkeiten zur Vermeidung von Doppelprüfungen bei Kundenprüfungen durch den Einsatz digitaler Verifizierung, die Sicherstellung der Verhältnismäßigkeit des regulatorischen Rahmens und die Priorisierung von Anwendungsfällen mit hoher Auswirkung.

Graeme Reynolds, Wettbewerbsdirektor der FCA, sagte: 

„Kleine Unternehmen müssen zum richtigen Zeitpunkt Zugang zu den benötigten Finanzmitteln erhalten, um zu gründen, zu wachsen und zu investieren. Unsere Regulierung stellt kein großes Hindernis dar – das heißt aber nicht, dass das System so gut funktioniert, wie es funktionieren könnte.“

Internetlink: FCA

Fast die Hälfte der britischen Unternehmen nutzt KI-Tools (Okt. 2026)

Eine Studie des Versicherers Simply Business hat ergeben, dass 47 % der britischen Kleinunternehmer künstliche Intelligenz (KI) einsetzen.

Die aktuelle Zahl stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Jahr 2025 dar, in dem lediglich 22 % der Unternehmen angaben, KI aktiv einzusetzen.

Weitere 13 % planen, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten mit dem Einsatz von KI zu beginnen, wie Simply Business herausfand.

Die Studie ergab, dass die Erstellung von Inhalten, die Problemlösung und die Ideengenerierung zu den wichtigsten Anwendungsbereichen von KI gehören. 46 % gaben an, KI zu nutzen, um Zeit bei administrativen Aufgaben zu sparen.

Julie Fisher, CEO von Simply Business UK, sagte: „Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit sind zentral für die DNA von Kleinunternehmern und haben immer wieder bewiesen, dass sie Treiber von Innovationen sind – sie finden neue Wege, um auch angesichts schwieriger Marktbedingungen zu wachsen.“.

„Eine der bedeutendsten Veränderungen, die wir dieses Jahr in unserem jährlichen SME Insights Report festgestellt haben, betrifft die Einführung von KI. Fast die Hälfte gibt an, KI bereits im Unternehmen einzusetzen, im Vergleich zu 22 % im Jahr 2025.“

240 Krypto-Millionäre laut HMRC-Daten (Okt. 2026)

Laut von HMRC veröffentlichten Daten haben 240 Personen im Steuerjahr 2024/25 Kapitalgewinne aus Kryptoanlagen von über 1 Million Pfund Sterling angegeben.  

Die Steuerbehörde gab an, dass die Gruppe im Geschäftsjahr 2024/25 Kryptovermögensgewinne in Höhe von insgesamt 717 Millionen Pfund erzielt habe.

Diese Daten werden im Rahmen der jährlichen Kapitalertragsteuerstatistik der britischen Steuerbehörde HMRC veröffentlicht. Es ist das erste Mal, dass die HMRC diese spezifischen Daten veröffentlicht, nachdem ein eigener Abschnitt der Einkommensteuererklärung für Kapitalgewinne aus Kryptoanlagen eingeführt wurde.

Im Steuerjahr 2024/25 gab es laut HMRC 17.600 Personen, die Kryptoassets wie Bitcoin, Ethereum und Dogecoin veräußerten und damit der Kapitalertragsteuer unterlagen.

Insgesamt meldeten diese Steuerzahler Erlöse aus dem Verkauf von Kryptovermögen in Höhe von 13,8 Milliarden Pfund und Gewinne in Höhe von 1,38 Milliarden Pfund. Die Daten zeigen außerdem, dass rund 87 % der Personen, die Gewinne aus Kryptovermögen meldeten, männlich und rund 13 % weiblich waren.

James Murray, Abgeordneter und Staatssekretär im Finanzministerium und Generalzahlmeister, sagte: „Auf Gewinne aus Kryptoanlagen fallen Steuern an, genau wie auf alle anderen Gewinne, und wir wollen sicherstellen, dass die Menschen, die Gewinne aus Kryptowährungen erzielen, wissen, welche Steuern sie zahlen müssen.“.

„Diese wichtige Arbeit unterstützt die Bemühungen der Regierung, die Steuerausfälle zu reduzieren, damit jeder seinen gerechten Anteil zu unseren lebenswichtigen öffentlichen Dienstleistungen beiträgt.“

Internetlink: HMRC